Das zweite Oberstufenprofil „Mensch-Erde-Politik“ begab sich mit Flüchtlingen aus der Erstunterkunft am Grellkamp auf die Suche nach Fluchtrouten. Von Samir El-Chami, Leo Kohrs und Julian Kramer (P7, S1).

fl_pr_p7_2015Während der Projektwoche beschäftigten wir, das Geographie-Profil der Oberstufe am Foorthkamp, uns mit dem aktuellen Thema der Flüchtlinge in Hamburg. Es gibt Krisengebiete, in denen politische, soziale oder auch religiöse Konflikte herrschen. Viele Menschen flüchten aus Syrien, Eritrea, Afghanistan oder dem Iran, da dort unter anderem wegen des „Islamischen Staates“ und der terroristischen Gruppe „Boko Haram“ Krieg herrscht.
Deshalb sind wir in die Flüchtlingsunterkunft am Grellkamp gegangen, um etwas über die Fluchtrouten und Fluchtmotive der dort lebenden Menschen zu erfahren. Momentan wohnen dort etwa 800 Personen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund. Einige Flüchtlinge waren bereit uns zu empfangen und mit uns über ihre Flucht zu sprechen.
Das Gelände wird stark überwacht. Als wir ankamen, standen zum Beispiel Polizisten vor dem Eingang. Wir hatten uns in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe half in der Kleiderkammer, da zu wenig freiwillige Helfer vorhanden waren. Die andere Gruppe trat in den direkten Kontakt mit den Flüchtlingen. Insgesamt trafen wir uns mit sieben jungen Erwachsenen, von denen uns vier ihre Fluchtrouten beschrieben. Diese berichteten von ihrer Reise und den Erfahrungen, die sie auf ihrem Weg gemacht haben. Am Anfang waren alle sehr aufgeregt, jedoch hatten wir das gesamte Treffen über eine angenehme und entspannte Atmosphäre. Wir hatten eine Weltkarte dabei, auf der die Flüchtlinge uns ihre lange Reise nach Hamburg aufzeigten.
Sehr beeindruckt hat uns die Reise von Ahmet (Name geändert). Er floh zusammen mit seinem Bruder und seinem Cousin aus Syrien vor dem grausamen Bürgerkrieg. Sein Fluchtziel war ursprünglich Norwegen, jedoch entschied er sich auf einen Rat hin in Deutschland zu bleiben, da er hier bessere Chancen hatte, sein angefangenes Studium zu beenden. Ahmet flüchtete überwiegend zu Fuß, fuhr manchmal mit dem Bus und überquerte das Mittelmeer mit einem Schlauchboot. Seine Flucht dauerte sieben Wochen und kostete ihn umgerechnet 2000 bis 3000 Euro. Er scheiterte beim ersten Versuch die Meerenge in der Nähe des Bosporus zu überqueren, da das Boot sank. Rechtzeitig wurde er vom türkischen Militär gerettet und für drei Wochen ins Gefängnis gebracht. Als er entlassen wurde, startete er einen neuen Versuch und schließlich gelang ihm die Flucht bis nach Deutschland.
Es war sehr interessant, spannend und mitreißend sich mit den Flüchtlingen zu unterhalten. Um weiterhin in Kontakt zu bleiben, gründeten wir eine Chat-Gruppe, welche immer noch besteht. Nach ca. eineinhalb Stunden mussten wir leider zurück zur Schule. In der Zeit mit den Flüchtlingen haben wir sehr viele Erfahrungen gesammelt und können uns nun ein besseres Bild von der Flüchtlingsproblematik machen. Wir hatten eine interessante Woche und waren froh bei dem besonderen Erlebnis, der Begegnung am Grellkamp, mitwirken zu können. Wir danken dem  Unternehmen „Fördern und Wohnen“ für die offene und freundliche Zusammenarbeit.
Letzte Woche hat uns die Gruppe aus dem Grellkamp besucht und wir haben ihnen unsere Schule gezeigt. Bald wollen wir mit ihnen zusammen Gerichte aus unseren Herkunftsländern kochen.

 

Von Samir El-Chami, Leo Kohrs und Julian Kramer (P7, S1)