Jugendliche lernen voneinander im internationalen Austausch auf der ERASMUS-Schlussveranstaltung in Köln.

ERASMUS-Programm

Cultural and Peer-Learning

Von Cornelia Hadadi

Von Februar 2017 bis September 2018 habe ich die Fritz-Schumacher-Schule im von der EU geförderten Projekt CULPEER  (Cultural and Peer-Learning) vertreten. Gemeinsam mit Vertreter/innen der Partnerorganisationen und -schulen aus Bulgarien, Griechenland, Italien, Slowenien und Deutschland (Hamburg und Köln) wurden verschiedene Module erstellt, die Ergebnis unserer Treffen in den jeweiligen Städten der europäischen  Partner/innen sind. Der Fokus der Arbeit lag auf der Integration aller Jugendlichen. Wir stellten einander Methoden vor und entwickelten Arbeitsformen, in denen die Jugendlichen besonders gut voneinander lernen können. Die Treffen in den europäischen Städten dienten nicht nur dem gegenseitigen Austausch; es wurden auch jeweils Schulen und Jugendclubs besucht, in denen das „Peer-to-Peer-Learning“ (also Lernen der Jugendlichen voneinander) bereits funktioniert.

Die Ergebnisse wurden in insgesamt fünf Modulen zusammengetragen, die Lehrerinnen und Lehrern diese Methoden präsentieren und entsprechende Unterrichtsmaterialien anbieten. Die Module sind aus dem Englischen (als Arbeitssprache) in alle Sprachen der Partnerländer übersetzt worden und stehen nun im Internet zur Verfügung.

Die Woche in Köln diente dazu, Lehrerinnen und Lehrer aus den Partnerländern zu versammeln, um sie an die Module heranzuführen, Methoden auszuprobieren und das Feedback der Lehrerinnen und Lehrer dazu zu erhalten.

Am Montag wurden wir zunächst im Kölner Rathaus vom Bürgermeister begrüßt. Arena y Esteras gab uns dort eine beeindruckende Vorstellung.

Am Nachmittag dann begann die Fortbildung der Pädagog/innen der anwesenden Kolleg/innen aus Bulgarien, Griechenland, Italien, Slowenien., die ich gemeinsam mit Claudio Ingoglia aus Palermo und Tina Trdin aus Slowenien unternahm. Nachdem wir uns in einigen Kennenlern-Aktiväten näher gekommen waren, erprobten sie die entsprechenden Module. Es war eine großartige Atmosphäre – wir haben sehr intensiv in der Woche zusammengearbeitet und auch gemeinsam die Freizeit verbracht.

Während wir Pädagog/innen zusammen arbeiteten, trafen unsere jeweilige Schüler/innen (vier pro Partner-Land) in der Kölner Willy-Brandt-Gesamtschule auf die Gruppe der Kinder-Kultur-Karawane aus Peru Arena y Esteras und erarbeiteten gemeinsam eine Vorstellung zum Thema Klimawandel und seinen Folgen. Da wir alle (Pädagog/innen und Schüler/innen) in derselben Jugendherberge untergebracht waren, die Schüler/innen sogar in national gemischten Zimmern, wurden viele Freundschaften geknüpft.

Insgesamt wurden in der Woche sehr viele Kontakte geknüpft und Adressen ausgetauscht. Hoffentlich ergeben sich daraus e-learning-Projekte und ggf. auch ein Austausch in die Partnerländer. Die Schüler/innen haben in der Woche sehr viel Englisch gesprochen und sicherlich auch interkulturell viel gelernt. Es war eine sehr gelungene Woche – mehr dazu in dem Bericht von David Streitt, einem Schüler der 10b, der mit dabei war.

Erasmusreise nach Köln

von David Streitt, Klasse 10b

Vom 23.09 bis zum 29.09.2018 reisten vier Schüler und Schülerinnen des 10. Jahrgangs nach Köln-Deutz im Rahmen des Erasmusprojektes. Das Projekt bestand darin, dass Schüler aus Griechenland, Bulgarien, Slowenien und Italien anreisten, um sich gemeinsam mit dem Thema Klimaschutz auseinander zu setzten. Angeleitet wurde dieses Projekt von einer Jugendzirkusgruppe aus Peru, die selbst stark unter den Konsequenzen des von uns verursachten Klimawandels zu leiden haben.

Deshalb wurde in Peru von der Zirkusgruppe ein Stück eingeübt, was sowohl tänzerisch als auch sehr artistisch die Konsequenzen des Klimawandels abstrakt darstellte. Für die entstandenen Kosten mussten sowohl die Schule als auch die Schüler und Schülerinnen nicht aufkommen, da die gesamte Reise von der EU finanziert wurde ohne die dieses Projekt nicht umzusetzen wäre.

Es begann damit, dass wir nach unserer Ankunft in Köln die Zimmer unserer Jugendherberge bezogen. Auch die Schüler und Schülerinnen der anderen Länder wohnten dort. So kam es, dass man sich meist ein Zimmer mit zirka drei weiteren Personen teilte, was dazu führte, dass schon früh eine gewisse Gemeinschaft entstand. Nachdem man die Zimmer bezogen hatte, wurden wir im Kölner Rathaus vom Bürgermeister begrüßt. Dort wurde zum ersten Mal die Show der Peruaner/innen aufgeführt, was ein sehr beindruckendes Ereignis war. Damit begann die Woche für uns. In den folgenden Tagen wurden zu allererst einige Team-Building-Spiele und Kennlernspiele gemacht, bevor der Schwerpunkt auf das Thema Umweltschutz gelegt wurde.

Wir starteten dann erst wirklich am Dienstagnachmittag mit dem Thema Umweltschutz. Das Thema gingen wir so an, dass wir versuchten die Show der Peruaner in diesen drei Tagen bühnenreif einzuüben, um sie dann den 11 und 12 Klassen der Willy-Brandt-Gesamtschule vorzustellen. Die Räumlichkeiten dort haben wir die ganze Woche über genutzt.

In dieser Show wurden noch weitere Probleme aufgezeigt, die spezifisch in den einzelnen Ländern eine große Rolle spielen. So präsentierten die Schüler und Schülerinnen aus Griechenland in einer pantomimischen Einlage die Schuldenprobleme ihres Landes und die daraus resultierenden Probleme für die dort lebenden Menschen. Somit wurden täglich neue Einlagen der Show von den Schülern eingeübt. Aus den Schülern und Schülerinnen bildeten sich Gruppen, die sich auf ein Thema spezialisierten, z.B. Akrobatik, Jonglieren oder auch Tanzen. In diesen Gruppen wurden dann Ergebnisse ausgearbeitet, die in der Abschlussveranstaltung vorgetragen wurden. Nachmittags blieb den Schülern und Schülerinnen aber immer noch Zeit, gemeinsam die Stadt Köln und deren Geschichte zu erforschen oder einfach einkaufen zu gehen. Für alle Beteiligten verging die Woche wie im Fluge. Am Freitag war der große Tag der Show gekommen, auf den sich alle sehr freuten, da man jetzt seine Ergebnisse endlich vor Publikum präsentieren durfte.

Bevor wir beginnen konnten, mussten wir die Bühne erst einmal dekorieren und Stühle aufstellen. Als das geschafft war, konnte es losgehen. Die gesamte Vorstellung verlief prima und wurde auch begeistert von den Zuschauer/innen aufgenommen. Nach der Show mussten sich die Peruaner/innen schon von uns verabschieden, da sie genau wie viele andere schon am kommenden Morgen früh ihren Nachhauseweg antreten mussten. Somit herrschte am Abend Abschiedsstimmung, es wurden die Koffer gepackt und sich von einigen schon verabschiedet. Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Frühstück für uns wieder per Bahn nach Hamburg, wo wir dann um 17:10 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof ankamen.