Das Oberstufenprofil „Kunst und Kultur“ besuchte am 08. Juli 2016 die Absolventenausstellung der Hochschule für bildende Künste (HfbK).

HfbK 2016

Im ersten Semester des Kunstprofils erstellten die Schülerinnen und Schüler unter Leitung von Herrn Balfanz eigene freie künstlerische Arbeiten. Welche Möglichkeiten das Studium der Freien Kunst an der HfbK bietet, erlebten die Schülerinnen und Schüler auf der Absolventenausstellung. In Interviews erfuhren sie von den Absolventen die Bedeutung der einzelnen Arbeiten und wie die Werke entstanden sind. Vier der über 140 Abschlussarbeiten werden hier vorgestellt.

„Final Stage (The Time For All But Sunset – BGYOR)“, Zeitbezogene Medien von Nicolaas Schmidt

Wir gingen durch das Gebäude und kamen zu einem abgedunkelten Raum, worin mittendrin ein selfmade-Sofa stand. Wir setzten uns und schauten auf eine Leinwand, welche von einem Beamer bestrahlt wurde. Zu sehen war eine Serie, welche aus einem Zusammenschnitt von 36.000 verschiedenen Farben bestand. Im Zusammenspiel mit entspannter Musik und einer Nebelmaschine entstand eine ruhige und lässige Atmosphäre.

Als Höhepunkt startete zu jeder vollen Stunde der ca. 30 Minuten lange Diplomfilm „Final Stage“ des Künstlers Nicolaas Schmidt. Gezeigt wird eine moderne Liebesgeschichte, zweier homosexueller jungen Erwachsenen mit einem anschließenden Happy End. Nach einer Trennung im Regen geht einer der beiden die gesamte Hamburger Meile entlang und gelangt auf einen Platz, auf dem er bis zum Sonnenuntergang verweilt. Das Ende des Films wird durch eine lange Umarmung, nach dem dazukommen des zweiten Jungen, gezeigt. An Stellen großer Emotionen blendet der Künstler Farben ein. Ein Beispiel dafür ist die Szene am Ende, wo die beiden Jungen sich lange umarmen. Dort blendete er für eine kurze Zeit die Farbe Rot ein, als Unterstützung der Emotion Liebe. Der Plan des Künstlers nach dem Studium drückte er ganz lässig mit einem Wort aus: „Depression“.

Ausgesucht haben wir uns diese Arbeit, da uns die vielen verschiedenen Farben im Zusammenspiel mit der Musik faszinierten.

Von Janina und Katrin

Rauminstallation, Zeitbezogene Medien von Jessica Leinen

Eine Ausstellung, die unsere Aufmerksamkeit besonders erregte, war die von Jessica Leinen. Wir hielten mit Jessica ein Interview, um genauere Einblicke in ihr Konzept zu kriegen, um ihre Arbeit in vollen Zügen genießen zu können.

Ihr Konzept sollte eine Vorstellung repräsentieren, wie das innere des menschlichen Gedächtnisses aussehen könnte. Um diese Verbildlichung besser darzustellen, nutze sie den kompletten Raum, in Gegensatz zu anderen Ausstellungen, die die Räume, abgesehen von ihrer Funktionalität, nicht weiter integrierten. Die Objekte an den Wänden sollten passive Gedanken repräsentieren. Passiv weil diese nicht der momentane Fokus des Gedächtnisses sind, deswegen sind diese so gestaltet als hätten sie eine „rauschende“ Wirkung. Die Objekte an der Decke sollen Gedanken repräsentieren, mit denen wir uns aktiv befassen. Auf den Tischen waren verschiedene Gegenstände, mit denen sie versuchte die Prozesse des Denkens zu visualisieren. Dies tat sie mit mehreren unterschiedlichen Typografien und Modellen. Das Styropor auf den Boden unterstützt das Konzept insofern, dass durch das Gehen auf diesen gewisse Geräusche entstehen, welche einen das Gefühl vermittelt, aktiv mit der Ausstellung zu agieren. Das Geräusch passt zudem gut zu der „rauschenden“ Wirkung, die die Wand vermittelt.

Wir haben dieses Projekt gewählt, da es unser Interesse geweckt hat. Ihr Projekt hat sich fast maßgeblich von denen der anderen unterschieden. Sie hat den Raum genutzt, um eine Atmosphäre zu kreieren, die ihr Projekt unterstützt. Als wir fragen stellten war sie sofort aufmerksam und hat uns weiter helfen können und war höflich und freundlich. Unser Besuch hat sich gelohnt, denn sonst hätten wir ein so tolles und durchdachtes Projekt verpasst.

Von Kahoon und Doani

„Großes Milieu“, Malerei von Inga Kählke

Das Bild, das uns am meisten angesprochen hat, trägt den Namen „Großes Milieu“ und wurde von der Künstlerin Inga Kählke gemalt. Dieses Kunstwerk gefiel uns am besten, da die Farben auf uns eine ruhige Wirkung hatten und die Komposition spannend wirkte. Inga Kählke hat an der HfbK Malerei studiert und hat nun dort die Werke ihrer Promotion ausgestellt. Auch zukünftig möchte Inga Kählke als Künstlerin arbeiten. Ihre Inspirationsquelle sind Tiere und philosophische und politische Fragen. Mit einer Vorlage entwickelt Inga Kälke ihre eigene Sicht. Ihre Werke entstehen dadurch, dass sie dieses Motiv während des Arbeitsprozesses im Kopf behält. Das Werk ist in Sandfarben und Blautönen gestaltet. Es ist ein marmorartiges Muster, welches, obwohl es durcheinander wirkt, einen für das Auge entspannenden Effekt hat. Beim genaueren Betrachten fallen einem Tiergesichter auf, welche das Thema ihrer Ausstellung trifft.

Von Joanna und Vanessa

Malerei & Skulptur von Tanja Nis-Hansen

Die Künstlerin bzw. Studentin Tanja Nis-Hansen aus dem Studiengang Malerei stellte ihre Abschlussarbeiten in der Aulavorhalle der HfbK aus. Wir hielten ein Interview mit Tanja Nis-Hansen, welche zwei Gemälde und eine Skulptur ausstellte. Das Thema ihrer Arbeiten soll die „Veränderung“ bzw. der „Prozess“ sein, was sie abstrakt umsetzte. Als ihre Vorbilder nannte uns Tanja Nis-Hansen sowohl neue, moderne Künstler wie z.B. Jana Eule als auch ältere Künstler.

Ihre Werke sind alle drei in den selben Farben gestaltet. Eines ihrer Gemälde, dass Sie „Facing changes“ nannte stellt einen Bodybuilder dar, welcher seine Muskeln nach einer heißen Dusche in der Sonne präsentiert. Der Bodybuilder ist von hinten abgebildet und wirkt selbstbewusst. Das Thema der „Veränderung“ zeigt sich hier durch den Körper des Menschen, welcher sich durch Sport viele Muskeln angeeignet hat.

Ein weiteres ihrer Gemälde heißt „Hotbed for a young teenage mutant“ und zeigt ein Solarium aus dem für die Haut schädliche Strahlen ausgehen. In der Ecke befindet sich ein Wesen das auf die Strahlen zeigt und hämisch lacht. Die Skulptur stellt ein Wesen dar, das durch Mutation entstanden ist. Es zeigt Merkmale einer Pflanze, einer Schildkröte, einem Schwan, hat Fäuste und Haare. Insgesamt wirkt die Skulptur wie ein Urwesen und bewirkt, dass man sich fragt was es darstellen soll.

Von Moska und Ebru

Studiengänge und Abschlüsse an der Hfbk

Schwerpunkte des Studienganges „Bachelor of Fine Arts“ können beispielsweise Design und Film sein, sowie Grafik/Typografie/Fotografie, Bildhauerei, Bühnenraum, Malerei/Zeichnen, Theorie und Geschichte, Zeitbezogene Medien. Hierbei können die Studenten ihre Schwerpunkte eigenständig auswählen und auch kombinieren.
Schwerpunkt des Studienganges „Master of Fine Arts“ liegt darin, selbstbestimmtes künstlerisches und/ oder wissenschaftliches Entwicklungsvorhaben durchzusetzen. Arbeit in den Studios, zusätzliche Ausstellungsprojekte und Veranstaltungen bilden die Studenten weiter.
Das Graduiertenprogramm „problemorientierte Gestaltung“ ist ein Zertifikatsstudium, welches hochqualifizierte Absolventen fördert, die ihren Interessenschwerpunkt auf die Bereiche Grafik und Design legen. Es bietet die Möglichkeit den Übergang in die Selbstständigkeit zu schaffen.
  • Lehramt für Primarstufe, Sekundarstufe I
  • Gymnasium
  • Sonderpädagogik
Die Hfbk vergibt den Titel „Dr.phil. in art.“ (philosophiae in artibus).
Das Graduiertenkolleg „Ästhetiken des Virtuellen“ richtet sich an Künstler und Wissenschaftler die sich im Rahmen ihrer Promotion mit unterschiedlichen Aspekten des Virtuellen auseinandersetzen.

von Merle und Antonia